Sie sind hier: Studien  

STUDIE ZUR ZUKUNFT DES AUTOHANDELS
 



 

TÜV SÜD: Wo geht die Reise der Autohausbranche bis 2020 hin?

Dazu hat Technomar im Auftrag des TÜV SÜD bundesweit insgesamt 304 Autohäuser befragt. Ergebnis der repräsentativen Befragung: Autos werden zukünftig mehrheitlich über das Internet angeboten und verkauft. Leasing, Car-Sharing und Mobilitätsverträge rücken als Geschäftsmodelle immer mehr in den Vordergrund, Alternative Antriebstechnologien werden an Gewicht zunehmen. Für TÜV SÜD wichtige Ergebnisse, um das Dienstleistungsspektrum ständig an die neuesten Erfordernisse in der Branche anzupassen. „Die Umfrageergebnisse liefern uns wichtige Informationen für die Weiterentwicklung unserer Dienstleistungen – unter anderem aus den Bereichen Gebrauchtwagenstrategie, Fuhrparkmanagement und E-Mobilität. Dadurch können wir unsere Kunden im Strukturwandel optimal unterstützen“, sagt Bernhard Kerscher, Sprecher der Geschäftsführung der TÜV SÜD Auto Service GmbH.

Leasing und Car-Sharing von wachsender Bedeutung
Einen deutlichen Wandel sehen die Befragten beispielsweise bei den Vertriebswegen: Internethandel, die eigene Homepage und Social Networks werden für fast 55 Prozent eine immer wichtigere Rolle spielen und den Ausstellungsraum langfristig in den Hintergrund drängen. Auch bei den Geschäftsmodellen gibt es Bewegung: Mobilitätsverträge und Car-Sharing werden in den nächsten fünf Jahren auf einen Gesamtanteil von insgesamt 18 Prozent anwachsen. Auch das Leasing-Geschäft wird eine immer wichtigere Rolle spielen: Dieses Geschäftsmodell wird in fünf Jahren einen Gesamtanteil von 38 Prozent gegenüber aktuell 22 Prozent haben. Zurückgehen wird hingegen die Fokussierung auf nur eine Automarke, so das Votum von mehr als 17 Prozent. Aufgrund des starken Wandels in fast allen Geschäftsbereichen befürchten knapp neun Prozent gar, dass das klassische Autohaus immer mehr aus der Branchenlandschaft verschwinden wird.

Positive Entwicklung im Gebrauchtwagengeschäft
Positiv sehen die Befragten die Entwicklung des Gebrauchtwagenhandels. TÜV SÜD hat hier schon sehr früh die Zeichen der Zeit erkannt und sein Dienstleistungsspektrum im Bereich Gebrauchtwagenstrategie deutlich ausgebaut. „Durch die Befragung wird die Einschätzung unserer Experten bezüglich der künftigen Anforderungen an das Autohaus-Management bestätigt. Wir haben uns mit der Fokussierung unserer Dienstleistungen sehr gut zur Bewältigung der neuen Herausforderungen vorbereitet, beispielsweise durch den starken Ausbau unserer Aktivitäten im Gebrauchtwagensegment, im Flotten- und Leasinggeschäft“, so Kerscher.

Autohaus-Zukunft: Größer, aber weniger
Zusammenschlüsse und Akquisitionen nehmen in der Branche immer mehr zu. Dass es bis 2020 eine Reduktion auf deutlich weniger, dafür aber größere Autohäuser geben wird, bestätigen mehr als 80 Prozent der Befragten. Eine Diversifizierung auf spezialisierte Autohäuser erwarten knapp 11 Prozent. Nur acht Prozent glauben, dass es keine Veränderungen in der Branchenlandschaft geben wird.
Eine deutliche Verschiebung sehen die Autohaus-Betreiber bei der Gewichtung Neuwagen und Gebrauchtfahrzeuge. 48 Prozent der Befragten rechnen mit einem Anstieg im Gebrauchtwagengeschäft und sieht hier die größten Entwicklungschancen. Fünf Prozent rechnen sogar mit einem starken Zuwachs. Lediglich 13 Prozent prognostizieren einen Rückgang. 37 Prozent sehen keine Veränderungen beim Geschäft mit den Gebrauchten in den kommenden fünf Jahren. Ganz anders dagegen ist die Prognose für den Neuwagenabsatz: Hier erwarten die Befragten in den kommenden fünf Jahren einen Rückgang. So sehen es 43 Prozent der Befragten.
Knapp sieben Prozent rechnen sogar mit einem starken Nachlassen. Nur knapp 24 Prozent erwarten eine positive Entwicklung bei den Neuwagen. 30 Prozent gehen davon aus, dass sich hier nichts verändert.
Der Einfluss Alternativer Antriebstechnologien nimmt aus Sicht der Branchenkenner zu: 2020 wird der Hybridantrieb einen Anteil bei den Neuzulassungen von 21 Prozent erreicht haben. Bereits in den kommenden fünf Jahren erwarten die Fachleute einen Anstieg des bivalenten Antriebs auf 14 Prozent. Der gleiche Zuwachs wird in diesem Zeitraum für alle anderen Alternativen Antriebstechnologien zusammen erwartet. Demnach kommen reinelektrische Autos, gasbetriebene und Fahrzeuge mit Brennstoffzelle 2016 gemeinsam einen Anteil von 14 Prozent bei den neuzugelassenen Fahrzeugen. Vier Jahre später, 2020, werden Elektroautos und mit Wasserstoff betriebene Autos zusammen bereits 20 Prozent Marktanteil erreichen. Inklusive der Gasfahrzeuge erreichen die Alternativen Antriebe mit 47 Prozent den Hauptanteil und liegen nach Einschätzung des Handels dann vor Benzin- und Dieselantrieb.

Neue Antriebstechnologien spielen zunehmend eine wichtige Rolle
Die Zahlen zeigen: Der Mobilitätswandel wird nicht spurlos an der Branche vorüber gehen. Diese Entwicklung wird jedoch mehrheitlich gelassen gesehen: 56 Prozent der Befragten erwarten hier keinen Einfluss auf ihr Geschäft. Über 40 Prozent allerdings glauben, dass Hybrid, Elektro und Brennstoffzelle negative Auswirkungen haben werden. Auch auf diesem Gebiet ist TÜV SÜD Autohaus- und Werkstattpartner und kann Kunden als einer der führenden Dienstleistungskonzerne in Mobilitätswandel optimal unterstützen. Neben der Zukunft der Autohäuser ist die Elektromobilität eines der Schwerpunktthemen beim Messeauftritt bei der IAA 2011. Gemeinsam mit E.ON haben die Experten ein von TÜV SÜD zertifiziertes kabelgebundenes Ladesystem von E.ON präsentiert und Induktives Laden auf der IAA vorgestellt.
TÜV SÜD Auto Service, größte Mobilitätstochter der TÜV SÜD AG mit einem Umsatz von über 450 Mio. Euro im Jahre 2010, hat 2011 eine Offensive im Bereich Leasing, Flottenmanagement, Fahrzeugaufbereitung und Gebrauchtwagenstrategie gestartet, bei der das Unternehmen auf neue Dienstleistungen und Kooperationen setzt. So ist durch den Zusammenschluss der TÜV SÜD-Tochter FleetCompany mit Fleet Logistics mit aktuell 100.000 betreuten Fahrzeugen der europaweit größte Flottendienstleister entstanden. Mit dem Partner Sixt erfolgte im Juni die Gründung des Gemeinschaftsunternehmens TÜV SÜD Car Registration & Services (CRS), das sich auf das Management des komplexen Zulassungsverfahrens für Fahrzeugflotten spezialisiert. Zudem hat TÜV SÜD zu Beginn des Jahres den Gebrauchtwagenspezialisten Christof Gerhard und Partner (CGP) übernommen. Die Beratung in Sachen Gebrauchtwagenstrategie stellt einen wichtigen Baustein für TÜV SÜD als Komplettdienstleister für die Autohäuser und Werkstätten dar – inklusive internationaler Geschäftsbeziehungen.

Für weitere Informationen steht Ihnen Herr Andreas Varesi unter der Telefonnummer +49 (0)89 419 418 23 gerne zur Verfügung.


 
Studie kostenlos herunterladen [829 KB]
 



Studie zu energieeffizienten Nutzfahrzeugen | Whitepaper Elektromobilität